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2. Transferkompetenz · Die Verhaltensdisposition „Transfer“ ist integraler Bestandteil von Schlüsselqualifikationen · Transferkompetenz meint eine Mittler- und Übersetzungskompetenz, „nämlich unabhängig vom Sach-, Fach- oder Stoffgebiet gleichermaßen kompetent disponieren, Probleme analysieren, Kontakte herstellen, Kooperation leisten, Grundlagenwissen anwenden zu können.“ [Glaser 1993: 97] · Universitäten – v.a. Geistes- und Sozialwissenschaften – sind gefordert, diese Schlüsselqualifikation integriert im Fachstudium zu vermitteln · im Zuge fortgeschrittener Differenzierung (im Modernisierungsprozeß) sollte stärker die Fähigkeit zur Vernetzung und zum Erlernen von Orientierungswissen im Mittelpunkt der universitären Lehre stehen ALSO: statt Gegenstandsorientierung, Problemorientierung [Düllo 1997: 140] · Kulturwissenschaften ist dabei „transdisziplinäre Mittlerin zwischen dem Fachwissen und den Zusatzqualifikationen, zwischen Theorie und Praxis.“ [Düllo 1997: 141] · als Händler des Heterogenen, Offenen, Bunten, Vielfältigen, Neugierigen und auch des Praxisrelevanten · Kulturwissenschaft als Moderatorin [Böhme/Scherpe 1996] 3. Interkulturelle Kommunikation Neben der angeführten Wichtigkeit von Transferkompetenz und der Beschreibung von materialen, formalen und personalen Schlüsselqualifikationen kann interkulturelle Kompetenz als vierte wichtige Kategorie von Schlüsselqualifikationen hinzugefügt werden. 3.1 Relevanz interkultureller Kompetenz „Globalisierung“ und „Multikulturalisierung“ von Gesellschaften bestimmen das Verhältnis von staatlichen und kulturellen Einheiten neu. Oberhalb nationalstaatlicher Organisation entwickeln sich neue Formen von „Weltkultur“ durch politische, massenkommunikative, ökonomische und ökologische Vernetzungen, die das Bewußtsein von Menschen in aller Welt mehr oder weniger prägen. [Featherstone/Lash 1995] · Interkulturelle Kompetenz wird demnach – nicht nur in „globalisierten“ bzw. „multikulturalisierten“ Gesellschaften verlangt – sondern vollzieht sich in vielen Sektoren menschlichen Lebens: - in der Politik (Außenpolitik, internationale Beziehungen, Diplomatie) - im akademischen Bereich (Gastaufenthalte, Symposien, Kongresse, Wissenschaftliche Organisationen) - im Bereich von Kunst und Kultur (Ausstellungen, Gastspiele, Lesungen, Besuche, Austausch - in der Wirtschaft (Außenwirtschaftsbeziehungen, bei Zweigstellen, Filialen, Büros, Tochtergesellschaften
- im Tourismus (als eine ganz speziellen Form) - bei Auswanderern, Vertriebenen, Flüchtlingen, Asylsuchenden - in weiteren speziellen Feldern interkultureller Begegnung (Forschung und Technik, im kirchlichen und
ALSO: durch zunehmende kulturelle Binnendifferenzierung moderner Gesellschaften wird „Multikulturalität“ zu einem Merkmal dieser Gesellschaften, Kultur ist nicht gleich Nationalkultur, interkulturell ist nicht gleich international [Flechsig 2000] 3.2 Definitionen · interkulturelle Kommunikation - Von interkultureller Kommunikation“ sprechen wir, wenn die Begegnungen von Menschen verschiedener „Als interkulturell werden alle Beziehungen verstanden, in denen die Beteiligten nicht ausschließlich auf ihre eigenen Kodes, Konventionen, Einstellungen und Verhaltensformen zurückgreifen, sondern in denen andere Kodes, Konventionen, Einstellungen und Alltagsverhaltensweisen erfahren werden. [Bruck 1994, zit. nach: Maletzke 1996: 37] · interkulturelle Kompetenz - Interkulturell kompetent ist derjenige [respektive diejenige] „der die fremde Kultur soweit verstanden hat,
ALSO: additiv zu den in 1.3 aufgeführten materialen, formalen und personalen Schlüsselqualifikationen kann eine vierte „interkulturell“ hinzugefügt werden:
3.3 Anwendungsbereich Entwicklungszusammenarbeit · Wer heutzutage in ein fremdes Land geht, bereitet sich meist auf seinen Einsatz vor, indem er sich mit der
· ausländische Fachleute können in dem Maße Hilfe leisten, wie sie ihr Know-how in den jeweiligen kulturellen
· Drei Erfolgskomponenten gibt es für die erfolgreiche Kommunikation in der Entwicklungszusammenarbeit: - interkulturelle Interaktion und Training einschließlich der Vermittlung von Fähigkeiten - professionelle Effektivität in täglicher Arbeit, bei der Erfüllung von Pflichten und Verantwortung - personelle/familiäre Anpassung und Zufriedenheit · Interkulturelle Trainings im Vorfeld versuchen „eigen-artige“ Logiken hinter fremden Lebens- und
- Handlungs- und Praxisorientierung (Vermittlung „kultureller Skripte“, in bestimmten Ländern können
- Relevanz - Kulturrelativismus - Aufbau eines Orientierungssystems (Orientierung = nicht verbalisierte Konzepte der anderen Kultur - Interaktionismus - Teilnehmerzentrierung - systemischer Zusammenhangsbegriff - Pluralität und Globalisierung - Kulturbegriff (unausgesprochen Geertz, Kultur „mehrfach gebrochen“ aus subjektiver Betrachterperspektive) - permanente Weiterentwicklung des Programms [DSE 1999] Literatur Bloom, Benjamin: Txonomy of Educational Objectives. New York 1969. Böhme, Hartmut und Klaus R. Scherpe: Zur Einführung. In: Dies. (Hrsg.): Literatur und Kulturwissenschaften. Positionen. Theorien. Modelle. Reinbeck 1996. S. 7- 24. Bruck, P.A.: Interkulturelle Entwicklung und Konfliktlösung. In: Luger K. und Renger R. (Hrsg.): Dialog der Kulturen. Wien 1994. S. 343-357. Deutsche Stiftung für Internationale Entwicklung (Hrsg.): Integriertes Rahmenkonzept Interkulturelle Kommunikation. Bonn 1999. [Internet: http://www.dse.de/za] Düllo, Thomas: Studienziel Transferkompetenz? In: Deters, Jürgen und Carsten Winter (Hrsg.): Karriere in der Medienbranche. Anforderungen. Schlüsselqualifikationen. Ausbildungsinstitutionen. Frankfurt am Main/New York 1997. S. 137-147. Featherstone, M & Lash, S.: Globalization, Modernity and the Spatialization of Social Theory. An Introduction. In: Featherstone M. et al.: Global Modernities. London 1995. S. 1-24. Flechsig, K.-H. o.J. „Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselqualifikation. Methoden Interkulturellen Trainings“ <http://www.gdwg.de> 17.08.2000. Glaser, Hermann: Schlüsselqualifikationen. Dem Zweck Sinn geben. In: Blamberger, Günter/Hermann Glaser/Ulrich Glaser: Berufsbezogen studieren. Neue Studiengänge in den Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaften. München 1993. S. 94-104. Hofstede, Geert H.: Lokales Denken, globales Handeln. Interkulturelle Zusammenarbeit und globales Management. 2. durchgesehene Auflage. München 2001. Institut für Interkulturelles Management. 05.09.2000 „Antworten auf häufig gestellte Fragen.“ <http://www.ifim.de/FAQ/FAQEinfuehrung.htm> 17.04.2001. Maletzke, Gerhard: Interkulturelle Kommunikation. Zur Interaktion zwischen Menschen verschiedener Kulturen. Opladen 1996. Suhr, André: Modularisierung in den Angewandten Kulturwissenschaften. In: Düllo, Thomas et al. (Hrsg.): Kursbuch Kulturwissenschaft. Münster 2000. S. 143-148.
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