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Ein kleiner Urlaubsbericht...... von Sebastian Meurer,M.A.
Ă“bidos hat zwar nur knapp 50.000 Einwohner, ist aber auf jeder Brasilienkarte und sogar auf Weltkarten zu finden. Warum? Ă“bidos liegt
etwa auf der Mitte der Strecke manaus und Belém auf dem Amazonasfluß und hier liegt der “Gargante de Amazonas”, die schmalste Stelle dieses Riesenflusses mit ca. 1 km Breite (oder “Schmale”). Nach einem
Kurzaufenthalt in Santarém, der drittgrößten Stadt des Amazonas-Bundesstaates Pará, nahm ich am 14. Juli abends um 20 Uhr das Boot nach Óbidos, wo ich am nächsten Tag um fünf Uhr in der Früh ankam und Pater
Hermann Wiggenhorn mich und seinen “Kollegen” Pater Mauro, einem Amerikaner, der sich dadurch auszeichnete jedes noch so brasilanische Essen mit Ketchup zu verfeinern, abholte. 1996/97 sowie 1999 war ich mit
Pater Beda schoneimal in Óbidos gewesen. damals wie heute kam ich in der Prälatur der Diözese Óbidos im Herzen der Stadt unter. Bischof ist hier Martin Lammers aus dem Münsterland. Leider war er gerade auf
Deutschlandaufenthalt als ich in seiner Diözese zu gast war.
Trotzdem wurde ich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begrüßt, als wäre ich überhauptnicht weg gewesen. Das war schonmal ein
guter Start – schließlich wollte ich mich erholen. Die Zeit verbrachte ich mit einigen Ausflügen etwa zur “Ranch Maranata”des Bischofs wo leider gerade Schlachttag war und ich irgendwelche Innereien zu essen
bekam. Ferner besuchte ich in Cuacé die Familie meines Freundes Ciro. Cuacé ist eine Siedlung mitten im Urwald von ca. zwanzig Häusern ohne Strom und ohne “Wasser”, d.h. richtige Kanalisation, denn Wasser
haben die Menschen dort verständlicherweise genug. Die Menschen leben dort vom Maniokanbau und Ciro zeigte mir genau die einzelnen Stationen von der Maniokrübe zum fertigen Maniokmehl. Abends war die einzige
Stromquelle das Transistorradio und wir mußten uns die Niederlage der brasilianischen Nationalmannschaft in Ecuador anhören. Vorher haben wir ein Dominozahlenspiel im Kerzenschein (kein Strom) im Nachbarhaus
gespielt (das scheint wohl sehr populär zu sein dieses Dominospiel, schließlich spielen die Leute in der Prälatur dies auch ständig). Tja zwei sehr interessante Tage gingen mit der Rückfahrt mit dem Boot im
Morgengrauen zu Ende.
In Ă“bidos war ferner Feststimmung angesagt: Das Patronatsfest der Heiligen Anna wurde gefeiert. Bis zum 23. August, jeden Abend
Prozession, Messe und ein riesenfest mit Bands, Freßständen und mit viel Cerpa – dem leckersten Bier dieses Planetens – gefeiert. das hatte ich natürlich gut abgepaßt. Die restliche Zeit verbrachte ich mit
dem Langenscheid-Portugiesischkurs in der Hängematte. Am 30. Juli nahm ich das Boot zurück nach Santarém und am 1. August flog ich nach Südbrasilien.
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